

Eine Ausprägung der Teepflanze Camellia sinensis aus dem Südosten Chinas wird Tin Kuan Yin genannt. Tin Kuan Yin wird auch synonym für das Teeblatt dieser Pflanze sowie das aufgegossene Getränk benutzt. In Taiwan wird ebenfalls Tin Kuan Yin Tee hergestellt wobei der Ausdruck hier, die spezielle Art und Weise der Herstellung und nicht die Teepflanze bezeichnet.
Tin Kuan Yin Tee wird als Oolong Tee herstellt. Die Fermentierung der gerollten Blätter wird durch ein sanftes Rösten beendet. Hat der Tee eine deutlich gekrümmte Form kann bei Tin Kuan Yin aus Taiwan und aus China mindestens von einer mittleren Qualität ausgegangen werden. Der taiwanesische Tin Kuan Yin Tee ist eher samtig schwarz da dieser stark geröstet wurde. Der chinesische Tin Kuan Yin ist eher grün. Der feinste Tin Kuan Yin aus China aus dem Süden Fujians kann bis zu 500$ pro Kilogramm erzielen.
Tin Kuan Yin hat einen milden und weichen Charakter. Dieser entfaltet sich am besten wenn er mit frischem, weichen Quell- oder Brunnenwasser aufgegossen wird. Das Wasser muss zuerst aufgekocht werden um dann auf 80 bis 90°C abzukühlen bevor es über den Tee gegeben wird. Es ist wichtig, dass die Wassertemperatur auch nicht zu niedrig ist. Wenn Tin Kuan Yin mit 60°C wie Grüner Tee aufgegossen wird schmeckt er fade und wässrig. Tin Kuan Yin Blätter brauchen Platz um sich zu entfalten und um ihr volles Aroma freizusetzen. Er kann wie jeder Oolong Tee mehrfach aufgegossen werden und wird in dünnwandigen Schalen aus Porzellan serviert.
Bei Tin Kuan Yin Tee aus Taiwan wird der Geschmack stark durch den Röstcharakter dominiert.
Der Name Tin Kuan Yin leitet sich im chinesischen tiě „Eisen“, „eisern“ und guān yīn Kuan Yin, einem weiblichen Bodhisattva des Mitgefühls. Ob sich Tin als erster Begriff der Teebezeichnung auf die Farbe des Aufgusses oder auf das Material einer Statue der Kuan Yin bezieht, kann heute nicht mehr sicher festgestellt werden.
Die Legende besagt, dass die Göttin Kuan Yin einen armen Bauern belohnte, der ihren Tempel gereinigt hat. Sie erschien ihm im Traum und versprach ihm einen Schatz, den er im Tempel finden würde und mit seinem Dorf teilen sollte. Am nächsten Tag fand der arme Bauer einen Teebusch im Tempel, pflanzte ihn in seinen Garten und verteilte Ableger an seine Nachbarn. Einige Zeit später kam ein Händler in das Dorf und erkannte das Marktpotential dieses speziell hergestellten Tees und verhalf somit dem Dorf zu Wohlstand.

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