

Die Ostfriesische Teekultur hat sich bereits im frühen 17. Jahrhundert entwickelt und die Teetied, die Teezeit gehört zum ostfriesischen Leben einfach dazu. Wie wichtig den Ostfriesen ihr Tee ist zeigt sich ganz klar im pro Kopf Verbrauch von 290 Litern. Die Ostfriesen liegen in Sachen Teekonsum weltweit an der Spitze und trinken 12 mal so viel Tee wie der Bundesdeutsche Durchschnitt mit 25 Litern, und lassen Länder wie Janpan und England hinter sich. Die Ostfriesische Teekultur hat sich rund um Ostfriesen Tee Mischungen die hauptsächlich aus Assam Teesorten bestehen, entwickelt.
Die Anfänge der Ostfriesischen Teekultur reichen in das frühe 17. Jahrhundert zurück. Um 1610 brachten erstmals Schiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie Tee nach Europa. Schon bald darauf dürfte durch ostfriesische Schiffer, die auf niederländische Rechnung fuhren, erstmals Tee auch nach Ostfriesland gelangt sein, der dort aber zunächst nur als Medizin verabreicht wurde. Um 1720 herum existierte bereits ein umfangreicher Teehandel in Ostfriesland.
Die Schiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie brachte nicht nur Tee sondern auch Tee Porzellan Geschirr aus China mit, das sich sehr gut für die Tee Zubereitung eignete und durch das sich die Ostfriesischen Teekultur weiter entwickeln konnte. In Europa konnte man zu dieser Zeit noch kein Porzellan herstellen, was dazu führte das ein starker Porzellan Import nach Europa entstand. Erst im frühen 18. Jahrhundert gelang in Deutschland die Herstellung von Porzellan wobei sich in Form und Dekor stark an das asiatische Vorbild gehalten wurde. Die Ostfriesische Teekultur bevorzugt zwei verschiedene Teegeschirr Dekors, ein blaues genannt Dresmer Blau und natürlich das rote Dekor, Dresmer Root auch die der Ostriesen Rose genannt.
Traditionell umfasst ein Teegeschirr eine Teedose, eine Kanne, Tassen ohne Henkel und eine Spülschale für die Tassen, da man kein Teesieb benutzt. Das Teebesteck besteht aus Teelöffel, Teeschaufel, Sahnelöffel und Zucker- oder Kandiszange.
Die ostfriesische Teezeremonie
Die Ostfriesische Teekultur hat eine Ostfriesische Teezeremonie hervorgebracht die genau vorgibt wie man den Tee zur Teetied (Teezeit) zubereitet. Zuerst wird die Teekanne mit kochendem Wasser ausgespült wonach der genau abgemessene Ostfriesentee in die nun warme Kanne gegeben wird. Der Tee wird nun mit nicht mehr kochendem Wasser bist zur Hälfte aufgefüllt und drei bis vier Minuten ziehen gelassen. Erst jetzt wird die Kanne ganz gefüllt und der Tee ist fertig. Man kann den Tee in der Kanne lassen und jede einzelne Tasse sieben oder man gießt den Tee durch ein Sieb in eine Servierkanne um. Klassischerweise legt man nun so viel Kluntje Kandis wie man möchte in die noch leere Teetasse und gießt dann erst den Tee in die Tasse. Jetzt wird Sahne mit Hilfe des Sahnelöffels oder über den “Rücken” eines Teelöffels vorsichtig in die Tasse gegeben ohne danach umzurühren. Durch diese Zeremonie schmeckt eine Tasse Tee dreimal anders. Erst herb nach Assam Tee, dann milchig sahnig und zuletzt süß.
Drei Tassen sind das Mindestmaß der ostfriesischen Teekultur. Durch umdrehen der Tasse auf die Untertasse oder das Belassen des Teelöffels in der Tasse signalisiert man dem Gastgeber, dass man kein Nachschenken wünscht.
Die Hauptteezeit ist der Nachmittagstee um 15:00 aber kurze Teepausen sind vormittags um 11 Uhr und abends gegen 21 Uhr Tradition. Tee trinken gehört zur ostfriesischen Gastlichkeit und für neu eingetroffene Gäste wird natürlich auch außerhalb der Teezeiten eine Kanne aufgesetzt.

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