

Entstanden ist die Britische Teekultur bereits im 17. Jahrhundert und wird auch heute noch gelebt und geliebt. Dies ist sicherlich der Grund dass Großbritannien weltweit auf Platz 3 der Tee konsumierenden Länder liegt. Hier werden pro Kopf 3.5 kg Tee pro Jahr konsumiert. Dies wird einzig in China und in Irland übertroffen. Teegenuss ist aus der britischen Lebensart nicht wegzudenken und ist ein fester Bestandteil der Trinkkultur. Tee wird zu allen 'Tages- und Nachtzeiten getrunken wobei der Nachmittagstee nach bestimmten Regeln serviert wird.
Mitte des 17. Jahrhunderts erteilte Königin Elisabeth I die Erlaubnis für die Gründung der British East India Company die auch unter dem Namen The John Company bekannt wurde. Über die Jahre hinweg etablierte die British East India Company Handelswege, Häfen sowie Handelsbeziehungen mit dem Fernen Osten, Süd-Ost Asien und Indien. Zu Beginn lag der Fokus auf dem Handel mit Gewürzen aber später kamen noch weitere Kolonialwaren wie z.B. der Tee hinzu. Zunächst wurde nur Tee aus China importiert, der sehr teuer und somit nur der reichen Oberschicht zugänglich war und sich zum Statussymbol entwickelte.
Die Britische Teekultur erlebte einen Aufschwung als Queen Anne morgens Tee anstatt Bier trank. In den nächsten Jahrzehnten wurde der Tee immer populärer, so dass Mitte des Achtzehnten Jahrhunderts die ersten Tee Gärten eröffnet wurden. Im Gegensatz zu den Kaffeehäusern waren die Tee Gärten auch Frauen zugänglich. Erst das Senken der Teesteuer machte Tee auch für die niedrigeren Schichten erschwinglich und die Britische Teekultur konnte sich in allen gesellschaftlichen Schichten und Aspekten des Lebens etablieren.
In der Britischen Teekultur ähnelt die Art und Weise Tee zu zubereiten sehr der Ostfriesischen. Die Briten trinken bevorzugt schwarzen Tee und hier auch die eher kräftigen Sorten. Der lose Tee wird in Teekannen mit heißem Wasser aufgebrüht und verbleibt auch in der Kanne. Somit wird er mit der Zeit stärker und mitunter wieder mit heißem Wasser aufgegossen. Die Briten trinken ihren Tee gerne mit Milch, da er dadurch milder wird. In der Britischen Teekultur gibt es zum Thema Milch im Tee zwei Gruppen von Teetrinkern. Die die zuerst die Milch in die Tasse geben (MIF: milk in first) und jene die bevorzugen erst den Tee in die Tasse zu geben (TIF: tea in first)
Der Nachmittagstee oder Five o’clock Tea fand seinen Ursprung im 18. Jahrhundert und wurde von der Herzogin Bedford, einer Hofdame der Königin Viktoria eingeführt. Sie lud dazu ausschließlich weibliche Gäste ein und überbrückte so den kleinen Hunger bis zum Abendessen. Zum Nachmittags Tee der Oberschicht wird Gebäck und Sandwiches nach einer strengen Reihenfolge gereicht. Im ersten Gang sind es Sandwiches, im zweiten Scones und Clotted Cream und Marmelade (siehe Cream Tee) und im dritten Gang kandierte Früchte und Pralinen. Alles wird mit den Fingern gegessen.
Die unteren Schichten hatten lediglich Butter und Brot zum Nachmittagstee und daher werden geringwertige Tees in der Britischen Teekultur auch als Bread and Butter Tea bezeichnet. Auch heutzutage ist es immer noch populär sich zum Nachmittagstee in einem Hotel oder Teehaus einzufinden. In Großbritannien werden jedes Jahr vom United Kingdom Tea Council diejenigen Hotels und Teehäuser prämiert, die nach Ansicht einer Jury den besten Afternoon Tea servieren, wobei es eine Extra-Auszeichnung für London gibt.
Die Verschieden Tee Mahlzeiten des Tages in der Britischen Teekultur sind:
• Early morning tea: der Tee, der von vielen Briten bereits vor dem Frühstück getrunken wird, oft noch im Bett.
• Cream tea: ursprünglich aus Südengland stammende einfache Variante des Afternoon tea nur mit scones, Schlagsahne und Marmelade.
• Low Tea: andere Bezeichnung für den Nachmittagstee, der traditionell nicht am Esstisch, sondern im Salon an einem niedrigen Teetisch eingenommen wird.
• Light Tea: ein Nachmittagstee, zu dem nur einfache Scones gegessen werden.
• Reception tea oder formal tea: ein Stehempfang, bei dem kein Sekt, sondern Tee gereicht wird. Dazu gibt es häufig Sandwiches.
• High tea: eine Mahlzeit, die um 18 oder 19 Uhr serviert wird und eine Mischung aus Nachmittagstee und Abendessen darstellt. Sie wird am Esstisch (high table) eingenommen. Der High Tea wird meist nur zu besonderen Anlässen serviert oder wenn Gäste eingeladen sind. Zum Tee werden in der Regel kalter Braten, kaltes Huhn, Salate, gekochtes Gemüse, Kuchen und Früchte gereicht. Das normale Abendessen, zu dem oft ebenfalls Tee getrunken wird, wird grundsätzlich nicht als High Tea bezeichnet, auch nicht die Tasse Tee nach dem Abendessen.
• Royal tea: ein Afternoon tea, bei dem zusätzlich Champagner oder Sherry serviert wird.
Savouries: kleine Sandwiches und Appetithäppchen, die zum Tee gereicht werden.

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